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Bist du mehr Bakterie als Mensch?

Bist du zehnmal mehr Bakterie als Mensch? Der Satz ist berühmt, und er geht auf eine Überschlagsrechnung von 1972 zurück. Wir rechnen mit der Neuberechnung des Weizmann-Instituts nach, schauen, was rund 200 Gramm Darmbakterien den ganzen Tag tun, und trennen, was beim Mikrobiom belegt ist und was bisher nur an Mäusen gezeigt wurde. Gesundheitstipps gibt es hier keine, dafür eine seltsame Wahrheit über deine eigenen Zellen. Alle Quellen unten.

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Quellen

40 Aussagen, 69 Quellen. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.

So prüfen wir

Hier steht jede Tatsachenaussage aus dem Video, mit den Quellen, auf die sie sich stützt. Jede Aussage im Video ist mit diesen Quellen belegt. Die Seiten haben wir beim Abruf gesichert. Die Archiv-Kopien im Internet Archive zeigen, was dort zu dem Zeitpunkt stand, auch wenn sich die Seite später ändert.

Nicht alles ist gleich gut belegt. Das sagen wir im Video offen, und hier steht es an jeder Aussage:

Belegt
Mindestens zwei unabhängige, seriöse Quellen sagen dasselbe.

Fehler gefunden? Schreib es in die Kommentare unter dem Video oder an hi@kadeemy.de. Korrekturen pinnen wir dort oben an.

Einstieg 0:00Zehnmal mehr?

0:06 Belegt auch bei 9:14

„In dir leben Bakterien. Sehr viele. Bei einem Erwachsenen sind es nach neueren Schätzungen rund 38 Billionen.“

Einordnung: Die 38 Billionen stammen aus einer einzigen Neuberechnung (Sender, Fuchs, Milo 2016) für einen Referenzmann von 70 kg; die Übersichtsarbeit und die Presse geben sie wieder. Eine unabhängige zweite Zählung der Bakterien gibt es nicht. Die Folgestudie derselben Gruppe (Hatton u. a. 2023) kommt auf rund 36 Billionen menschliche Zellen im Referenzmann, das Verhältnis rückt damit noch näher an eins zu eins.

  1. Sender, Fuchs, Milo 2016: Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body (PLoS Biology)PLoS Biology, veröffentlicht 19.08.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 27.09.2026
  2. The Human Microbiome: A Physiologic Perspective (PMC)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 20.06.2026
  3. Germs, humans and numbers: New estimate revises our microbiome numbers downwards (Weizmann-Mitteilung auf ScienceDaily 2016)ScienceDaily / Weizmann Institute, veröffentlicht 31.01.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 22.01.2026

0:18 Belegt

„In dir stecken zehnmal mehr Bakterien als eigene Zellen.“

  1. How Many Cells Are in the Human Body, And How Many Microbes? (National Geographic 2016)National Geographic, veröffentlicht 13.01.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  2. Sender, Fuchs, Milo 2016: Are We Really Vastly Outnumbered? (Cell)Cell, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 26.04.2025
  3. Sender, Fuchs, Milo 2016: Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body (PLoS Biology)PLoS Biology, veröffentlicht 19.08.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 27.09.2026

0:25 Belegt

„Der Satz stand in Zeitschriften, in Fachartikeln und sogar bei der US-Gesundheitsbehörde. Er ist falsch.“

  1. How Many Cells Are in the Human Body, And How Many Microbes? (National Geographic 2016)National Geographic, veröffentlicht 13.01.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  2. Johansson et al. 2008 (PNAS)PNAS, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 10.07.2025
  3. NIH Human Microbiome Project defines normal bacterial makeup of the body (NIH 2012)NIH, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 23.05.2025
  4. Sender, Fuchs, Milo 2016: Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body (PLoS Biology)PLoS Biology, veröffentlicht 19.08.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 27.09.2026

Kapitel 1 0:49Eine Zahl von 1972

0:55 Belegt

„Im Jahr 1972 schätzte der Forscher Thomas Luckey, wie viele Mikroben in einem Menschen leben. Seine Rechnung war erstaunlich kurz.“

  1. Sender, Fuchs, Milo 2016: Are We Really Vastly Outnumbered? (Cell)Cell, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 26.04.2025
  2. Is it true that there are more microbes than cells in the human body? (Sorbonne Université)Sorbonne Université, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. Luckey 1972: Introduction to intestinal microecology (Am J Clin Nutr)American Journal of Clinical Nutrition, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 11.01.2025
  4. Sender, Fuchs, Milo 2016: Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body (PLoS Biology)PLoS Biology, veröffentlicht 19.08.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 27.09.2026

1:04 Belegt

„Er nahm an: In einem Gramm Darminhalt stecken rund 100 Milliarden Bakterien. Und ein Mensch hat etwa 1.000 Gramm Darminhalt. Macht 100 Billionen Bakterien.“

  1. Here's How Many Cells in Your Body Aren't Actually Human (ScienceAlert)ScienceAlert, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  2. Is it true that there are more microbes than cells in the human body? (Sorbonne Université)Sorbonne Université, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. Sender, Fuchs, Milo 2016: Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body (PLoS Biology)PLoS Biology, veröffentlicht 19.08.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 27.09.2026

1:17 Belegt

„Fünf Jahre später stellte der Mikrobiologe Dwayne Savage diese Zahl in einem Fachartikel neben eine Schätzung für die Zellen des Körpers: rund 10 Billionen. 100 Billionen gegen 10 Billionen. Zehn zu eins. Danach wurde es zitiert und zitiert, über Jahrzehnte.“

  1. How Many Cells Are in the Human Body, And How Many Microbes? (National Geographic 2016)National Geographic, veröffentlicht 13.01.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  2. Sender, Fuchs, Milo 2016: Are We Really Vastly Outnumbered? (Cell)Cell, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 26.04.2025
  3. Is it true that there are more microbes than cells in the human body? (Sorbonne Université)Sorbonne Université, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  4. Here's How Many Cells in Your Body Aren't Actually Human (ScienceAlert)ScienceAlert, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

1:36 Belegt

„2016 hat ein Team am Weizmann-Institut in Israel neu nachgerechnet. Ron Sender, Shai Fuchs und Ron Milo nahmen sich jede Zahl einzeln vor.“

  1. Germs, humans and numbers: New estimate revises our microbiome numbers downwards (Weizmann-Mitteilung auf ScienceDaily 2016)ScienceDaily / Weizmann Institute, veröffentlicht 31.01.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 22.01.2026
  2. Body's bacteria don't outnumber human cells so much after all (Science News 2016)Science News, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. Sender, Fuchs, Milo 2016: Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body (PLoS Biology)PLoS Biology, veröffentlicht 19.08.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 27.09.2026

1:46 Belegt

„Fast alle Bakterien leben im Dickdarm. Und der enthält nicht einen Liter, sondern eher 0,4 Liter.“

  1. Sender, Fuchs, Milo 2016: Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body (PLoS Biology)PLoS Biology, veröffentlicht 19.08.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 27.09.2026
  2. Sender, Fuchs, Milo 2016: Are We Really Vastly Outnumbered? (Cell)Cell, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 26.04.2025
  3. Is it true that there are more microbes than cells in the human body? (Sorbonne Université)Sorbonne Université, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

1:54 Belegt

„Für einen Modell-Mann mit 70 Kilo kamen sie auf rund 38 Billionen Bakterien. Und auf rund 30 Billionen menschliche Zellen. Kein Zehn zu eins. Eher eins zu eins.“

Einordnung: Die 30 Billionen menschlichen Zellen stammen aus der Zählung von 2016. Die Folgestudie derselben Gruppe (Hatton u. a. 2023) kommt für den Referenzmann auf rund 36 Billionen Zellen. Das Verhältnis Bakterien zu Menschenzellen rückt damit noch näher an eins zu eins und stützt das „Eher eins zu eins“ im Video.

  1. Sender, Fuchs, Milo 2016: Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body (PLoS Biology)PLoS Biology, veröffentlicht 19.08.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 27.09.2026
  2. The Human Microbiome: A Physiologic Perspective (PMC)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 20.06.2026
  3. Here's How Many Cells in Your Body Aren't Actually Human (ScienceAlert)ScienceAlert, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  4. Body's bacteria don't outnumber human cells so much after all (Science News 2016)Science News, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  5. Sender, Fuchs, Milo 2016: Are We Really Vastly Outnumbered? (Cell)Cell, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 26.04.2025
  6. Hatton et al. 2023: The human cell count and size distribution (PNAS)PNAS, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 24.09.2025

2:08 Belegt

„Die allermeisten deiner eigenen Zellen sind rote Blutkörperchen. Rund 84 Prozent. Sie sind so klein, dass sie nach Gewicht trotzdem nur einen kleinen Teil ausmachen.“

  1. Sender, Fuchs, Milo 2016: Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body (PLoS Biology)PLoS Biology, veröffentlicht 19.08.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 27.09.2026
  2. Body's bacteria don't outnumber human cells so much after all (Science News 2016)Science News, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

2:19 Belegt

„Und die beiden Zahlen liegen so nah beieinander, dass schon ein Gang zur Toilette das Verhältnis kippen kann.“

  1. Sender, Fuchs, Milo 2016: Are We Really Vastly Outnumbered? (Cell)Cell, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 26.04.2025
  2. Body's bacteria don't outnumber human cells so much after all (Science News 2016)Science News, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. How Many Cells Are in the Human Body, And How Many Microbes? (National Geographic 2016)National Geographic, veröffentlicht 13.01.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

Kapitel 2 2:29200 Gramm Mitbewohner

2:39 Belegt auch bei 3:41

„Alle zusammen wiegen bei einem Erwachsenen nur rund 200 Gramm.“

Einordnung: Die 200 Gramm stammen aus einer Studie (Sender, Fuchs, Milo 2016); die Übersichtsarbeit zitiert sie. Eine unabhängige zweite Messung gibt es nicht.

  1. Sender, Fuchs, Milo 2016: Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body (PLoS Biology)PLoS Biology, veröffentlicht 19.08.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 27.09.2026
  2. The Human Microbiome: A Physiologic Perspective (PMC)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 20.06.2026

2:52 Belegt

„Die große Mehrheit lebt im Dickdarm. Im Mund, auf der Haut und im Rest des Körpers sind es zusammen viel weniger. Und im Magen ist es den meisten schlicht zu sauer.“

  1. Sender, Fuchs, Milo 2016: Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body (PLoS Biology)PLoS Biology, veröffentlicht 19.08.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 27.09.2026
  2. Sender, Fuchs, Milo 2016: Are We Really Vastly Outnumbered? (Cell)Cell, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 26.04.2025
  3. The Human Microbiome: A Physiologic Perspective (PMC)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 20.06.2026
  4. Kim, Covington, Pamer 2017: The intestinal microbiota: Antibiotics, colonization resistance, and enteric pathogens (Immunol Rev, PMC)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

3:07 Belegt

„In einer großen Studie trug jeder Mensch mindestens 160 Arten in sich. Und bei jedem Menschen ist die Mischung anders.“

  1. Qin et al. 2010: A human gut microbial gene catalogue established by metagenomic sequencing (Nature)Nature, veröffentlicht 04.03.2010, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  2. Metagenomics of the Human Intestinal Tract (MetaHIT), Ergebnisbericht (CORDIS, EU-Kommission)Europäische Kommission, CORDIS, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. Human Microbiome Project Consortium 2012: Structure, function and diversity of the healthy human microbiome (Nature)Nature, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  4. Nahrungsergänzungsmittel mit Mikroorganismen (Verbraucherzentrale)Verbraucherzentrale, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

3:18 Belegt

„Du hast rund 20.000 Gene für Eiweiße. In derselben Studie trug ein Mensch im Schnitt über eine halbe Million Bakteriengene im Darm. Alle zusammen kamen auf 3,3 Millionen verschiedene, rund 150-mal so viele wie die eines Menschen.“

  1. Gene (NHGRI Talking Glossary)NHGRI, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 01.10.2026
  2. How Many Cells Are in the Human Body, And How Many Microbes? (National Geographic 2016)National Geographic, veröffentlicht 13.01.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. Qin et al. 2010: A human gut microbial gene catalogue established by metagenomic sequencing (Nature)Nature, veröffentlicht 04.03.2010, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  4. Metagenomics of the Human Intestinal Tract (MetaHIT), Ergebnisbericht (CORDIS, EU-Kommission)Europäische Kommission, CORDIS, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

Kapitel 3 3:37Was die den ganzen Tag machen

3:46 Belegt

„Und zwar das, was du selbst nicht verdauen kannst. Viele Ballaststoffe aus Pflanzen kommen fast unverdaut im Dickdarm an.“

  1. den Besten et al. 2013: The role of short-chain fatty acids in the interplay between diet, gut microbiota, and host energy metabolism (J Lipid Res, PMC)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  2. The Microbiome (The Nutrition Source, Harvard T.H. Chan School of Public Health)Harvard T.H. Chan School of Public Health, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. Fiber (The Nutrition Source, Harvard T.H. Chan School of Public Health)Harvard T.H. Chan School of Public Health, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

3:53 Belegt

„Dort zerlegen Bakterien sie und stellen dabei kurzkettige Fettsäuren her. Eine davon heißt Butyrat. Für die Zellen deiner Dickdarmwand ist sie die wichtigste Energiequelle.“

  1. den Besten et al. 2013: The role of short-chain fatty acids in the interplay between diet, gut microbiota, and host energy metabolism (J Lipid Res, PMC)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  2. Parada Venegas et al. 2019: Short Chain Fatty Acids (SCFAs)-Mediated Gut Epithelial and Immune Regulation and Its Relevance for Inflammatory Bowel Diseases (Frontiers in Immunology)Frontiers, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. Cryan et al. 2019: The Microbiota-Gut-Brain Axis (Physiological Reviews)American Physiological Society, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 15.07.2025

4:12 Belegt

„Manche Darmbakterien stellen außerdem Vitamine her, zum Beispiel Vitamin K und einige B-Vitamine. Wie viel davon dein Körper wirklich nutzt, ist allerdings noch nicht genau geklärt.“

  1. Vitamin K, Fact Sheet for Health Professionals (NIH ODS)NIH ODS, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 27.09.2026
  2. EFSA 2017: Dietary reference values for vitamin KEFSA, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. The Microbiome (The Nutrition Source, Harvard T.H. Chan School of Public Health)Harvard T.H. Chan School of Public Health, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  4. Magnúsdóttir et al. 2015: Systematic genome assessment of B-vitamin biosynthesis suggests co-operation among gut microbes (Frontiers in Genetics)Frontiers, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

4:28 Belegt

„Seine Wand ist mit Schleim bedeckt. Die innere Schicht direkt an der Wand ist fast frei von Bakterien. Gewohnt wird erst weiter außen.“

Einordnung: Die zwei getrennten Schleimschichten gibt es im Dickdarm, dort leben die meisten Darmbakterien. Im Dünndarm ist die Schleimschicht lockerer.

  1. Johansson et al. 2008 (PNAS)PNAS, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 10.07.2025
  2. Johansson, Sjövall, Hansson 2013: The gastrointestinal mucus system in health and disease (Nat Rev Gastroenterol Hepatol, PMC)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

5:16 Belegt

„In einer kleinen Studie von 2013 waren nach der ersten Übertragung 81 Prozent der Behandelten geheilt. Mit einem Antibiotikum allein nur 31 Prozent.“

Einordnung: Die kleine Studie von 2013 ist der Hauptbeleg. Der zweite Beleg stammt aus dem Umfeld derselben Forschungsgruppe, ist also nicht ganz unabhängig. Spätere Leitlinien stützen das Ergebnis.

  1. van Nood et al. 2013: Duodenal Infusion of Donor Feces for Recurrent Clostridium difficile (NEJM)New England Journal of Medicine, veröffentlicht 31.01.2013, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 12.07.2025
  2. Keller, van Nood 2014: Clinical application of fecal microbiota transplantation in Clostridium difficile infection and beyond (National Academies, Workshop Summary)National Academies of Sciences, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

5:30 Belegt

„Aber nur in ärztlicher Hand und mit streng geprüften Spendern. Ungeprüfter Spenderstuhl kann gefährliche Keime übertragen.“

  1. Fecal Microbiota for Transplantation: Safety Communication, Risk of Serious Adverse Reactions Due to Transmission of Multi-Drug Resistant Organisms (FDA, 2019)U.S. Food and Drug Administration, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  2. Merrick et al. 2020: Regulation, risk and safety of Faecal Microbiota Transplant (Infection Prevention in Practice)PubMed Central, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

Kapitel 4 5:53Belegt oder Hype?

6:40 Belegt

„Bei Menschen mit Depression sind zum Beispiel bestimmte Bakteriengruppen seltener. Ob die Bakterien die Stimmung verändern oder die Stimmung die Bakterien, ist noch offen.“

  1. Valles-Colomer et al. 2019: The neuroactive potential of the human gut microbiota in quality of life and depression (Nature Microbiology)Nature, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 24.09.2026
  2. Could germs in your gut send you into depression? (phys.org 2019)phys.org, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 03.08.2024
  3. Carabotti et al. 2015: The gut-brain axis (Ann Gastroenterol, PMC)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  4. Meta-Analyse 2026: Stuhltransplantation bei Depression (PMC)PubMed Central, abgerufen 06.10.2026. Archiv-Kopie vom 06.10.2026

6:56 Belegt

„Nach Ansicht der EU-Kommission ist schon das Wort probiotisch ein Gesundheitsversprechen. In Deutschland darf es darum nicht auf die Packung. Einige andere EU-Länder erlauben es inzwischen. Zugelassen ist für Probiotika aber bisher kein einziges Gesundheitsversprechen. Erlaubt ist nur ein Satz über Joghurtkulturen: Sie verbessern die Verdauung des Milchzuckers im Joghurt selbst.“

Einordnung: Das Verbot betrifft Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel. Als Arzneimittel zugelassene Präparate dürfen ihre Wirkung beschreiben, das sagt das Video nicht ausdrücklich.

  1. Guidance on the implementation of Regulation 1924/2006 (EU-Kommission 2007)Europäische Kommission, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 10.02.2026
  2. Nahrungsergänzungsmittel mit Mikroorganismen (Verbraucherzentrale)Verbraucherzentrale, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. Gesundes Mikrobiom: Was können Probiotika und Ballaststoffe wirklich für den Darm leisten? (ZDFheute)ZDFheute, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  4. Probióticos: uso del término en el etiquetado (AESAN, spanische Lebensmittelbehörde)AESAN (Agencia Española de Seguridad Alimentaria y Nutrición), abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 18.06.2026
  5. Probiotic on food labels in Europe: Spain adopts a pioneering initiative (ISAPP, 2020, aktualisiert 2025)ISAPP (International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics), abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  6. France to allow 'probiotic' on food supplements labels (NutraIngredients, 2023)NutraIngredients, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  7. Probiotics claims remain restricted by EU (FoodNavigator, 2025)FoodNavigator, abgerufen 06.10.2026. Archiv-Kopie vom 06.10.2026

7:18 Belegt

„Für einzelne Stämme in bestimmten Situationen gibt es Studien mit Effekten. Pauschal belegt ist es aber nicht.“

  1. Probiotics for the prevention of antibiotic-associated diarrhea in children (Cochrane 2019)Cochrane, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  2. Overview of systematic reviews of probiotics in the prevention and treatment of antibiotic-associated diarrhea in children (PMC 2023)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. Nahrungsergänzungsmittel mit Mikroorganismen (Verbraucherzentrale)Verbraucherzentrale, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

Kapitel 5 7:36Ein Untermieter von früher

7:47 Belegt

„In den meisten Zellarten deines Körpers arbeiten Mitochondrien. Ausgerechnet die roten Blutkörperchen, also die meisten deiner Zellen, haben keine. Mitochondrien gewinnen aus Nahrung und Sauerstoff die Energie, von der du lebst. Und sie haben ein eigenes Erbgut, getrennt vom Rest deiner DNA.“

  1. Sender, Fuchs, Milo 2016: Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body (PLoS Biology)PLoS Biology, veröffentlicht 19.08.2016, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 27.09.2026
  2. Mitochondrion (Britannica)Encyclopaedia Britannica, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. Body's bacteria don't outnumber human cells so much after all (Science News 2016)Science News, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  4. Exploring unconventional attributes of red blood cells and their potential applications in biomedicine (PMC 2024)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  5. Mitochondrial DNA (MedlinePlus Genetics)NIH MedlinePlus, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  6. Mitochondria (NHGRI Talking Glossary)NHGRI, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

8:05 Belegt

„Heute gilt als gut belegt: Mitochondrien stammen von Bakterien ab. Vor weit über einer Milliarde Jahren wurde eine solche Bakterie von einer anderen Zelle aufgenommen. Und sie ist geblieben.“

  1. Gray 2012: Mitochondrial evolution (Cold Spring Harb Perspect Biol, PMC)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  2. The Origin of Mitochondria (Nature Education, Scitable)Nature Education, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. 3.4 Unique Characteristics of Eukaryotic Cells (OpenStax Microbiology)OpenStax, Rice University, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  4. Wang, Luo 2021: Dating Alphaproteobacteria evolution with eukaryotic fossils (Nat Commun, PMC)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026

8:21 Belegt

„Mitochondrien vermehren sich durch Teilung, ähnlich wie Bakterien. Ihr Erbgut ist ringförmig, wie bei vielen Bakterien. Und vergleicht man es, landen sie im Stammbaum mitten zwischen den Bakterien, bei den sogenannten Alphaproteobakterien.“

Einordnung: Dass Mitochondrien aus der Linie der Alphaproteobakterien stammen oder ihr sehr nahe stehen, ist Konsens. Ob sie innerhalb der Gruppe liegen oder als nächste Verwandte daneben, ist noch umstritten: Martijn u. a. 2018 sehen den Ursprung neben allen bekannten Alphaproteobakterien, Fan u. a. 2020 innerhalb. Das Bild zeigt den Mitochondrien-Ast darum am Rand der Gruppe.

  1. Mitochondrion (Britannica)Encyclopaedia Britannica, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  2. 23.1 Eukaryotic Origins (OpenStax Biology 2e)OpenStax, Rice University, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. 3.4 Unique Characteristics of Eukaryotic Cells (OpenStax Microbiology)OpenStax, Rice University, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  4. Gray 2012: Mitochondrial evolution (Cold Spring Harb Perspect Biol, PMC)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  5. Roger, Muñoz-Gómez, Kamikawa 2017: The Origin and Diversification of Mitochondria (Current Biology)Current Biology, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  6. Martijn u. a. 2018: Deep mitochondrial origin outside the sampled alphaproteobacteria (Nature)Nature, abgerufen 06.10.2026. Archiv-Kopie vom 06.10.2026
  7. Fan u. a. 2020: Phylogenomic analysis of marine Alphaproteobacteria … mitochondria branch within Alphaproteobacteria (Nature Ecology & Evolution)Nature Ecology & Evolution, abgerufen 06.10.2026. Archiv-Kopie vom 06.10.2026

8:36 Belegt

„Die Idee galt lange als Außenseiterthese. Bekannt gemacht hat sie die Biologin Lynn Margulis, ab 1967.“

  1. Roger, Muñoz-Gómez, Kamikawa 2017: The Origin and Diversification of Mitochondria (Current Biology)Current Biology, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  2. On the Origin of Mitosing Cells (1967), by Lynn Sagan (Embryo Project, Arizona State University)Arizona State University, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026
  3. Lynn Margulis (1938–2011), Nachruf (Current Biology)Current Biology, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 10.10.2026
  4. Gray 2012: Mitochondrial evolution (Cold Spring Harb Perspect Biol, PMC)NIH PMC, abgerufen 04.10.2026. Archiv-Kopie vom 04.10.2026