Das Spiel des Lebens
Ein Spiel ohne Spieler. Vier Regeln, ein Raster, und dann schaust du zu. Setz ein paar Zellen, drück Start und sieh nach, was daraus wird.
Gleiterkanone: Eine Gruppe um Bill Gosper hat sie gefunden. Sie schießt alle 30 Runden einen neuen Gleiter ab, ohne Ende.
Tippe oder klicke ins Raster, um Zellen zu setzen. Ziehen malt, und wer auf einer lebenden Zelle anfängt, radiert. Mit der Tastatur: Leertaste startet und hält an, N rechnet eine Runde weiter. Im Spielfeld bewegen die Pfeiltasten eine Markierung, Eingabe setzt oder löscht die Zelle.
Was über den Rand hinausläuft, verschwindet. Sonst käme es auf der anderen Seite wieder herein und würde zum Beispiel die Gleiterkanone zerschießen.
Die vier Regeln
Das Spielfeld ist ein Raster aus Kästchen. Jedes Kästchen ist eine Zelle, und die lebt, oder sie ist tot. Jede Zelle hat acht Nachbarn. In jeder Runde schaut jede Zelle nur auf diese acht. Dann gilt:
- Einsamkeit. Eine lebende Zelle mit weniger als zwei lebenden Nachbarn stirbt.
- Weiterleben. Mit zwei oder drei Nachbarn lebt sie weiter.
- Zu eng. Mit mehr als drei Nachbarn stirbt sie.
- Geburt. Eine tote Zelle mit genau drei lebenden Nachbarn wird lebendig.
Das ist alles. Mehr Regeln gibt es nicht. Kein Ziel, kein Plan, kein Spieler.
Es entsteht einfach
Nur vier Regeln, und trotzdem blinkt, wandert, stößt zusammen und erstarrt es auf dem Feld. Nichts davon steht in den Regeln. Es entsteht einfach. Dafür gibt es ein Wort: Emergenz. Das Ganze kann etwas, das keines seiner Teile kann.
Erfunden hat das Spiel der Mathematiker John Conway. Bekannt wurde es 1970 durch eine Kolumne von Martin Gardner im Magazin Scientific American. Conway setzte 50 Dollar für die Frage aus, ob ein Muster endlos wachsen kann. Die Antwort war die Gleiterkanone der Gruppe um Bill Gosper.
Zur Folge: Kein Atom in dir lebt. Warum lebst du? Quellen zur Folge